Ihr wißt doch, liebe Menschenkinder, daß einige Propheten des Alten Testaments, die aus ihrer geistigen Stufe als rein gebliebene Wesen zur Erde gekommen sind, nicht durch einen natürlichen Tod von der Erde Abschied genommen haben. Sie hatten sich durch den Einfluß einer höheren Schwingungsebene auf eine ganz wunderbare Art und Weise aus ihrem irdischen Körper sozusagen herausgehoben, oder anders ausgedrückt: ihr Körper wurde in einem Verzückungszustand ihres geistigen Leibes "entodet". Das heißt, es wurde von dem materiellen Körper nichts zurückgelassen, nichts gefunden. Es war Licht da, es war ein geistiger Wagen, ein Lichtgefährt da. Und dann war nichts mehr davon da! Und deshalb ist es ein Dogma, wie die Menschen es formuliert haben: Mutter Maria ist mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden!
... Mutter Maria ist ein rein gebliebener Geist aus himmlischen Höhen, eine Himmelsfürstin, wie wir sie nennen. Infolgedessen ist es aus menschlicher Sicht nicht ganz falsch, aber das Dogma in seiner Formulierung stimmt doch nicht ganz...
Es sind wohl Augenzeugen dagewesen, aber es fand ein langsameres Auflösen der Materie als bei Jesus statt. Ihr wißt, daß zur damaligen Zeit die Leiber in Linnen gewickelt wurden, das heißt in starke, handgewebte, große Leinwandgebilde. Es bestanden auch gewisse Bestattungsrituale! Weil es nicht so gewesen ist wie bei unserem Herrn und Erlöser, hat sich dieser irdische Leib "verflüchtigt" - um einen anderen Ausdruck dafür zu gebrauchen. Als man nämlich Mutter Marias Grabkammer wieder öffnete, war natürlich - wie sollte es anders sein - die Form des Linnens so, als sei der Körper noch darin enthalten. Man wollte aber einen kleinen Umtransport in ein nobleres Grabgewölbe vornehmen. Als die Träger nur eine Hülle trugen, wurde es offenbar, daß in der Hülle nur Luft enthalten war, da sich der Körper verflüchtigt hatte. (Emanuel(Kontr.)9, S. 156-158)
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